Historie

Die Besiedlung des Ortes dürfte in der zweiten mittelalterlichen Rodeperiode (etwa um 1000 n.Chr.) auszumachen sein, wobei der Vorstoß der Siedler von der Höhe, der jetzigen B 8, aus erfolgt sein dürfte.

Die Urzelle dürfte ein Einzelhof mit einer großen Blockflur gewesen sein, der den Namen Adscheid erhalten hat. Die erste Silbe „Ad" ist entweder auf den Personenname Atto, also den Namen des ersten Siedlers, oder aber auf das Wort „atten" zurückzuführen, ein Begriff mit einem rechtlichen Bezug, nämlich einen größeren nutzbaren Landkomplex, der zu einem Grundherrn in einem festen Rechtsverhältnis stand. Die Nachsilbe „scheid" geht wohl auf Wasser"scheide" oder auf die Rodearbeit, Kulturland auf einem Bergrücken aus den Wald „scheiden", zurück.

Durch allmähliche Auflösung des Einzelhofes entstand schließlich der Weiler Adscheid, dessen Einwohner ausschließlich landwirtschaftlich ausgerichtet waren. Politisch gehörte Adscheid mit dem nah benachbarten jedoch 1854 untergegangenen Einzelhof Kleinadscheid zum Kirchspiel Uckerath im bergischen Amt Blankenberg. Später zählte Adscheid zur Mairie/Bürgermeisterei/Gemeinde Uckerath, die 1969 zugunsten der Großgemeinde Hennef aufgelöst wurde. Die Einwohnerzahl entwickelt sich wie folgt:

Jahr Einwohnerzahl
1769 107
1816 134
1843 167
1907 121
1950 143
2000 204
2003 205
2004 213


Das Kirchspiel Uckerath gliederte sich in 5 Honschaften, die auf unterster Ebene Verwaltungsarbeiten wahrzunehmen hatten. Eine der Honschaften verlieh Adscheid als zweitgrößter Ort im Kirchspiel den Namen. Außer Adscheid zählten die Orte Bierth, Lescheid, Beiert und Hahnenhardt zur Honschaft Adscheid, die später katastermäßig als Gemarkung Adscheid ausgewiesen wurde.

Die Adscheider Honschaft bildete mit den Honschaften Uckerath und Bülgenauel sowie einem Bereich um Attenberg die Vogtei Uckerath, die dem Kirchspiels Uckerath eine Sonderstellung im Amt Blankenberg gab.

Kirchlich zählt Adscheid seit Beginn zur Pfarrei Uckerath, deren Kiche erstmals 1131 urkundlich erwähnt wurde. In der zweiten Hälfte des 17. Jh. erbaute der Adscheider Gärtnermeister Wilhelm Brem die Agatha-Kapelle.

Zehntherr war für die Adscheider Bauern das Cassiusstift in Bonn. Weitere Abgaben erhielten das Stift Schwarzrheindorf und der Pfarrer in Uckerath. Grundstücke in Adscheid besaßen auch die Kreuzkapelle Süchterscheid und die Kirche in Blankenberg.

Die erste Flurbereinigung mit der Aufstellung des Urkatasters fand 1825 statt. Es folgten weitere Verfahren 1891 und 1937. Adscheid hat seine Struktur als sogenanntes Haufendorf bis auf den heutigen Tag beibehalten. Die Abgrenzungssatzung von 1991 garantiert diese Form auch für die Zukunft. Damit der wesentliche Charakter der Feld- und Waldflur erhalten bleibt, ist Adscheid rundum in einem Landschaftsschutzgebiet eingebettet. Eine Steigerung der Schutzfunktion wird durch die Ausweisung des Adscheider- und Ahrenbachtals als Naturschutzgebiet zusätzlich erreicht.

Der Ort erhielt 1911 eine zentrale Wasserversorgung, die bis 1969 in eigener Regie betrieben wurde (siehe auch "die alte Wasserpumpe"). Der Anschluss an das Stromnetz erfolgte erst Mitte der 1920er Jahre. Telefonieren war erstmals ab 1927 über eine gemeindeöffentliche Sprechstelle möglich. Die Ortskanalisation erfolgte 2002/2003, verbunden mit einem grundlegenden Straßenausbau.