Naturschutzgebiet

Rotbuche im Adscheider Tal  (Schuetzdelle)

Mit Wirkung vom 29.07.2003 ist das Naturschutzgebiet (NSG) „Ahrenbachtal und Adscheider Tal“ als solches rechtskräftig ausgewiesen. Es zählt auf der Grundlage der EU-Richtlinie 92/43 EWG vom 21.05.1992 gleichzeitig als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und hat eine Größe von 177,5 ha. Einbezogen ist u.a. das gesamte Adscheider Tal von den Quellen an der B 8 bis zur Einmündung des Adscheiderbachs in den Ahrenbach. Die Unterschutzstellung des Gebietes erfolgte

- zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften und Biotopen seltener und gefährdeter wildlebender Tier- und Pflanzenarten,
- aus naturwissenschaftlichen, natur- und landeskundlichen Gründen,
- wegen der Seltenheit und besonderen Eigenarten des Gebietes.

 

Das NSG setzt sich

Adscheider Tal  (In den Buchholzwiesen)

zusammen aus einer Vielfalt an Landschaftsstrukturen wie

• Feuchtwiesen in der Talsohle,
• Magerwiesen und –weiden sowie Obstwiesen in Hanglagen,
• Brachflächen,
• naturnahe Bachläufe,
• bachbegleitende Erlen- und Eschenwälder,
• Buchen- und Eichenwälder.

 

Dadurch bietet es Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, hier insbesondere Reptilien, Amphibien, Heuschrecken und Schmetterlinge. 70 seltene und gefährdete Schmetterlingsarten wurden nachgewiesen, die vor allem auf blütenreiche Magerwiesen, offene Feucht- und Sumpfwiesen sowie Schlehengebüsche angewiesen sind. In diesen Bereichen leben auch viele der im Schutzgebiet vorkommenden gefährdeten Vogelarten.
Die naturnahen Bachläufe wie z.B. der Adscheiderbach und der Gerüstbach werden auf weiten Strecken begleitet von Erlen-Eschen-Wäldern im Wechsel mit Feuchtwiesen und Grünlandbrachen. Derartige wenig oder gar nicht genutzte, natürliche oder naturnahe Uferbereiche mit typischem Bewuchs sind für solche Insekten lebensnotwendig, die als Larve im Wasser, als vollentwickeltes Tier jedoch an Land leben, z.B. Libellen. Auch der Eisvogel ist hier zu Hause.
Besonders beachtenswert sind auch Obstwiesen mit alten, hochstämmigen, höhlentragenden Ostbäumen. Die Baumhöhlen werden von Spechten, Steinkäuzen und Fledermäusen genutzt. Die borkige Baumrinde beherbergt zahlreiche Insekten. Zur Zeit der Obstblüte finden Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ausreichend Pollen und Nektar als Nahrung, und auch das reife Obst ernährt Vögel und Kleinsäuger.