Kapelle St. Agatha

Die Kapelle wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 17. Jh. von Wilhelm Brem aus Adscheid, Gärtner der Abtei Siegburg, im Fachwerkstil erbaut. In seinem Testament vom 26.11.1687 vermachte er u.a. Mittel zur Vollendung und Ausstattung des Gotteshauses. In den Jahren 1734 und 1858 erfolgten Erweiterungen.1926 erhielt der Fachwerkbau einen weißen Verputz. Am 21./22. März 1945 erlitt die Kapelle größere Schäden durch Granattreffer, die bis 1949 Zug um Zug behoben wurden.1969 wurde die gesamte Kapelle abgerissen und genau am selben Platz durch einen erweiterten Neubau ersetzt, der ausschließlich durch Eigenleistungen und mit Eigenmitteln der Dorfbewohner vorgenommen wurde.

Kapellenpatronin ist die heilige Agatha, eine Märtyrerin aus dem sizilianischen Catania, die in Adscheid besonders gegen Feuersgefahr angerufen wird.

Hier nun ein paar Fotos vom Kapellenneubau in 1969. Das ganze Dorf war auf den Beinen und half mit. Selbst Kaplan Schneider aus Uckerath an der Schubkarre half immer wieder mit, dass der Neubau schnell vorangetrieben wurde. Paul Rohrbach war der Zimmermann, der den Dachstuhl und das Glockentürmchen fachgerecht auf das Gemäuer setzte. Paul Rohrbach wohnte mit seiner Frau und Tochter im Haus Auf der Ley 22. Er war es auch der den alten Altar als „Schätzchen“ entdeckte. In mühevoller Arbeit entfernte er insgesamt 7 Lackschichten, bevor dieser schlichte, aber sehr alte Altar aus edlem Holz zum Vorschein kam. Von dieser Art Altar gibt es nur noch 3 in ganz NRW.

Nachdem die mächtige Linde, die an der hinteren Seite, dem ehemaligen Eingang zur Kapelle, gestanden und das Fundament der Kapelle angehoben hatte, gefällt war, wurde ein Teil des Stammes neben der Kapelle für das spätere Denkmal gelagert.

Die Adscheider Kinder hatten das neue Spielgerät sofort in Beschlag genommen. Eines der angesagtesten Spiele war der „Burgbesitzer“. Hier wurde auf dem Baumstumpf gegeneinander gerangelt und gestoßen Burgbesitzer war schlußendlich Der- oder Diejenige, wer zu guter Letzt oben auf dem Stamm verblieben war. Die anderen „Kämpfer“ lagen allesamt geschlagen am Boden. Ein gutes Beispiel dafür, dass wir Kinder nach der Schule draußen waren und das Internet noch nicht entdekt war.

An dem Denkmal wurde dann eine Marmortafel angebracht auf der die Namen der Adscheider, die in den beiden Kriegen ihr Leben verloren hatten, stehen. Dieses Denkmal dient dem ewigen Gedenken und der Mahnung an den Frieden in der Welt.

In den 990er Jahren wurde das Denkmal wieder entfernt und durch einen mächtigen Stein ersetzt, der aus der Bevölkerung gestiftet wurde. Hier wurden die Namen der gefallenen Soldaten dann eingemeißelt. Dieser Stein wurde durch die DG Adscheid in Anwesenheit vieler Adscheider BürgerInnen, zahlreichen Pressevertretern und dem Lokalfernsehen Hennef, gesetzt.