Zukunft braucht Herkunft

Adscheid – dörfliche Struktur und Landwirtschaft

Anläßlich des 10-jährigen Bestehens der DG Adscheid e.V. wurde das Dorf- und Kinderfest ganz dem Vereinsmotto Zukunft braucht Herkunft gewidmet. Mit der Gestaltung des Dorfplatzes, aber auch der umliegenden Straßen wurde an die Herkunft eines mehrheitlich von der Landwirtschaft geprägten Dorfes erinnert in dem einst 5 Vollerwerbsbauern auf den umliegenden Acker- und Wiesenflächen tätig waren.

Den Kindern und Jugendlichen wurde von Hans Jacobs gezeigt, wie man fachgerecht einen Heukotten stopft, ein Gestell aus Holzstangen errichtet, wo das gemähte Gras dann für Tage in der Sonne zum Trocknen stand. So konnte man damals viele solcher Heukotten auf den Wiesen rund um Adscheid stehen sehen. Das Gras wurde früher oftmals von Hand gemäht, dazu diente eine Sense, zusammen gemacht wurde das getrocknete Gras dann mit einem Holzrechen. Ohne eine geschärfte Sense ging gar nichts. Bevor man also mit der Sense loslegen konnte, musste die Sense gedengelt werden. 

 
Unter Dengeln versteht man das Schärfen der Schneide einer Sense durch Hämmern. Durch das Kaltschmieden wird der Stahlverdichtet und die Klinge messerscharf ausgedünnt. Man benötigt dazu ein spezielles Dengelwerkzeug: einen kleinen Dengelamboss (oder Dengelstock) sowie einen besonderen Dengelhammer.
Für ein optimales Ergebnis wird das Sensenblatt mit der Schneide über den Amboss gehalten und mit gezielten Hammerschlägen bearbeitet. Toni Scheidt demonstrierte eindrucksvoll, wie es geht und worauf man achten muß. Die Kinder schauten sehr interessiert zu.
 
Peter Kuchem hatte über Jahre hinweg landwirtschaftliche Gerätschaften und Werkzeuge aus dem eigenen  Bestand und auf Flohmärkten zusammen getragen. Für die Unterbringung baute Peter Kuchem eigens 2 kleine Fachwerkhäuschen komplett in eigener Regie. Ein Museum der Zeitgeschichte an sich.

Eine Auswahl seiner Gerätschaften stellte er zur Verfügung, die allesamt von den Besuchern bestaunt wurden. Wer z.B. kennt noch einen Hongsplooch oder eine Wannmühle (rheinländisch: Wannmöll)?? Peter Kuchem und Bernd Post gaben sogleich eine Erläuterung dazu: 

Der Begriff Hongsploch (auch Hakenpflug) bezeichnet einen historischen Holzpflug, der früher in der Region um das Bergische Land und Lohmar (Nordrhein-Westfalen) auf kleinen Bauernhöfen oft von einer Kuh gezogen wurde.

Eine Wannmühle ist eine historische Vorrichtung oder kleine Mühle. Ihre Aufgabe war es, das ausgedroschene Getreide zu sieben und mithilfe eines Wind- oder Luftstroms Spreu, Stroh und Verunreinigungen vom reinen Korn zu trennen

Einladung Dorf- und Kinderfest 18.08.2001

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