Lange hatte die Tradition des Pfingsteiersingens und Stellen eines PIfingstbaumes in Adscheid keiner übernommen. Erst als Martin Weiss, Andreas Struthmann, Richard Kreuz, Markus Schültke, u.a. die Initiative ergriffen wurde 1980 wieder ein Pfingstbaum gestellt.
Mit dem alten Traktor von Herrn Dotzenroth, dem mit seiner Frau einst Haus Vita gehörte und Unterstützung von Karl-Heinz Kohlars und Willi Müller gelang es schliesslich den ersten respektabel großen Baum unterhalb von Schültke zu schlagen und mit Muskelkraft und altem Traktor ins Dorf zu holen. Aufgestellt wurde der erste Baum auf dem Wiesengrundstück Ecke Schöntalweg / Siegblick gegenüber dem heutigen Spielplatz.
Streng nach der geläufigen Tradition musste der Baum natürlich gegen auswärtige „Feinde“ aus benachartern Dörfern geschützt und verteidigt werden, denn die wollten unseren Baum insgeheim fällen und die Krone als Trophäe mit ins eigene Dorf nehmen. Das ging oftmals nicht ohne blaue Flecken ab. Meistens jedoch waren die Adscheider Sieger und konnten so den Verbleib des stattlichen Pfingstbaumes in Adscheid siegreich verteidigen.
Wer am Ende die meisten Kronen gesammelt hatte wurde dann im eigenen Dorf kräftig gefeiert. Dieser Ablauf hatte allerdings feste Regeln, so durfte der Pfingstbaum nur in der Zeit von Samstag Abend 20:00 Uhr bis Pfingstmontag 20:00 Uhr geschlagen werden, sodaß der Pfingstbaum zumindest in dieser Zeit rund um die Uhr bewacht werden musste. So kam es, das in Schichten geschlafen und am Lagerfeuer mit Bier und Würstchen der Baum von den übrigen Jungs bewacht wurde
Nach Gründung der DG Adscheid wurde diese schöne Tradition fortgesetzt. Mit kleinem Leiterwagen zogen die Männer am Abend durchs Dorf. Bei fast jedem Haushalt gab es kleine Häppchen, Frikadellchen oder Käsespieße und so manches alkoholische Getränk. So wurde es mit der Zeit ziemlich lustig in der Truppe um die Vorsitzenden der DG Adscheid Peter Kuchem und Erich Pütz. Als herausfordernd entwickelte sich jedes Jahr der Weg zum letzen Haus oberhalb von Adscheid. So musste man „erschöpft“ von der langen Wegstrecke, hin und zurück, eine ausgiebige Pause einlegen. Bei dieser Gelegenheit wurde dann zur Stärkung Hochhprozentiges gereicht. Da man aber keine Pinnchen mitgenommen hatte schlug Erich Pütz einst ein Ei in zwei Hälften und schenkte Jedem der entkräftet wirkenden Männer aus der Eierschale ein Schnäpschen ein. Jeder trank aus derselben Eierschale und die Überlieferungen aus dieser Zeit bestätigen, dass Keiner von den Männern danach an Herpes oder sonstigen blumenartigen Auswüchsen im Gesicht gelitten hat. Und das Alles ohne irgenwelche Arzneimittel und Salben sowie dem Illustrat der Apotheken Rundschau.
Hier sei einmal all denjenigen Adscheidern gedankt, die in all den Jahren dafür gesorgt haben, dass keiner der Pfingsteier-Sammler hungrig oder gar durstig zum Festplatz zurückgekehrt ist. Neben dem Dank auch eine Entschuldigung an all diejenigen Haushalte, die die oftmals schiefen Töne, aber mit vollster Hingabe vorgetragenen Lieder, geduldig ertragen haben.
Dieses Zeremoniell der beiden Pausen auf dem Weg „nach oben“ und das Köpfen eines Ei hat bis heute Bestand!
Pfingsteiersingen durchs Dorf und das Einsammeln der Eier, das Bewachen des Baumes, war stets Männersache“. Lediglich zum Eierverzehr war das ganze Dorf und nur die Bewohner des Dorfes eingeladen, denn all Diejenigen hatten ja auch die Eier gespendet!
Aus sehr alten Zeiten stammt auch das Liedgut im Atschede Platt verfasst was jedes Jahr, bis heute, zum Einsatz kommt.
Heutzutage ist es so, dass nicht nur die Männer des Dorfes, sondern auch Frauen und Kinder mit Singen gehen, der Baum zwar gestellt, aber nicht mehr 3 Tage und Nächte bewacht wird wie früher. Auch das Fest hat sich daher auf den Samstag Abend in kleinem Rahmen reduziert. Das Eiersingen startet am frühen Abend und nach Rückkehr der Gruppe durchs Dorf wird auch gleich mit dem Eierverzehr für die Dorfbewohner begonnen.
So stehen auch die alten Traditionen und das Brauchtum im Wandel der Zeit. Einerseits sehr schade aber andererseits auch notwendig. Aufgeschrieben und bebildert geben Sie doch einen Einblick aus dem Vereinsmotto „Zukunft braucht Herkunft“ um nicht zu vergessen was Väter, Ur- und Ururgroßväter und Mütter für unser Dorf in Ihrer Zeit gelebt und geleistet haben!
Respekt zollen wir Denjenigen, die über Jahrzehnte hinweg diese Traditionen und das Brauchtum aufrecht erhalten haben. Ein paar weitere Bilder aus dieser Zeit werden noch nachgereicht.
Nach Gründung der DG Adscheid in 1990 ging es lange Zeit dann weiter auf der Grundlage der überlieferten Tradition und dem altem Brauchtum, was die Texte der Pfingstlieder und den 3-tägigen Ablauf einschliesslich Bewachung des Baumes betraf. In einigen Jahren wurde das Brauchtum der „Paias-Verbrennung“, in einem Theaterstück nachempfungen.
Die Bilder dazu gibt es gleich unten. Die Geschichte des Paias, der zu Pfingsten an den Baum gehängt und am Ende verbrannt wird, ist selten praktiziert und nur Wenigen noch bekannt. Daher wird hier nun das schicksalhafte Geschehen des Paias beschrieben.
Ein paar Bilder aus der Anfangszeit des Vereins ab 1990 folgen nun hier. Wir bitten die Qualtät der Bilder zu entschuldigen.
Hier folgen nun ein paar Bilder des Pfingstbaumstellens nach 2010.



























